Hauspost n° 1 Februar 2018

Liebe Wein-Freundinnen und -Freunde

Wir freuen uns sehr, dass wir auch das vergangene Jahr 2017 erfolgreich abschließen konnten. Dafür geht unser sehr herzlicher Dank an erster Stelle an Sie alle! Auch dieses Jahr haben wir einiges vor, haben bereits an unserem Sortiment gefeilt und Ihnen wieder ein paar „Fundstücke“ aus unserer Inventur zusammengestellt: Jahrgangsreste oder Weine, die wir ersetzen – zu stark reduzierten  Auslistungs-Preisen“. Neu dabei ist das Weingut Leon Gold aus dem Remstal, ein zurecht hoch prämierter „Newcomer“. Ebenso stolz sind wir, dass Gilles Gélin von der Domaine des Nugues persönlich bei uns sein wird: Sie werden staunen, was Beaujolais-Weine wirklich können, wenn sie von Meisterhand kommen. Auch finden Sie in dieser Ausgabe unsere Weine des Monats, die, mit nur einer  Ausnahme, alle unter zehn Euro liegen, trotzdem hervorragende Weine und ihre Entdeckung wert sind! Das Preis-Genuss-Verhältnis steht schließlich auch 2018 für uns ganz oben. 

Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihr Wein-Bauer-Team 


Der Jahrgang 2017

„Frühe Lese, kleine Menge, gute Qualität“ – so der Tenor unter den deutschen Weinbauern. Wie kam es dazu? Der Februar 2017 war im Allgemeinen sehr mild. Der Monat März galt sogar als wärmster seit Beginn der Wetteraufzeichnung Mitte des 19. Jahrhunderts. Bis jetzt klingt das ganz gut: Der Blütenaustrieb war früh und voll. Doch mit einer einzigen verheerenden Frostnacht am 20. April wurden alle diese Blütenträume zunichte gemacht. Dazu setzte eine Trockenheit ein, die für die Jahreszeit viel zu extrem war. Vereinzelte starke Hagelschäden sorgten mancherorts für den Rest … Was jetzt noch an den Reben hing, musste sorgsam gepflegt werden – Künste, die Qualitätswinzer am besten beherrschen. Ähnlich wie 2016 sorgten die letzten Wochen vor der (sehr frühen!) Lese nochmal für einen Qualitätssprung: „Eher leicht, fruchtig und finessenreich fallen die Weine des 2017er Jahrgangs aus und entsprechen damit dem aktuellen Geschmackstrend der Verbraucher.“ (Deutsches Wein-institut, 11/2017). Die bundesweite Weinmosternte liegt in diesem Jahr mit geschätzten 7,5 Millionen Hektolitern voraussichtlich 18% unter dem Vorjahresergebnis sowie dem Zehnjahresmittel von 9 Millionen Hektolitern.
Blicken wir ins Ausland, wird ebenfalls von historisch niedrigen Ernten gesprochen: Einbußen gegenüber dem Vorjahr in Italien minus 23%, in Frankreich minus 19% und in Spanien minus 15%. So wie es aussieht, dürfen wir uns bei vielen Weinen zwar über gute bis sehr gute Qualitäten freuen, müssen dafür aber häufiger etwas tiefer in die Tasche greifen …


Die Veranstaltungen

Warteliste, Restplätze

Die großen Rotweine aus Bordeaux und Spitzenweine aus Deutschland Wie immer war der Zuspruch riesig für unsere Große Bordeaux-Probe am 9. März, sodass eine Warteliste angelegt werden musste. Herzlichen Dank für dieses Interesse, Ihre Geduld, Ihr Vertrauen! Nur noch wenige Plätze gibt es auch für die Abendveranstaltung mit Spitzenweinen aus Deutschland am Freitag, den 27. April, um 19.30 Uhr. Hier präsentieren wir Top-Weine von Kesselstadt, Künstler, Ellwanger, Dautel, Dr. Baumann oder Bernhard Huber. (Preis, inkl. Menü: € 89,– pro Person; s.a. die letzte Hauspost)


Zeit für Winzer

Domaine des Nugues: Beaujolais – mehr als nur ein Beaujolais! Das kleine Familienweingut liegt in Lancié, mitten im besten Anbaugebiet des Beaujolais mit Spitzenlagen in Fleurie und Morgon. 1976 hat
Gérard Gélin das „Clos des Nugues“ gekauft, heute führt er es gemeinsam mit Sohn Gilles und ist auf dem Weg zur absoluten Spitze im Beaujolais. Die Rebstöcke des Weinguts sind ziemlich alt, darunter sogar einige 100-jährige – sehr ungewöhnlich für die Region. Auch deshalb sind die Weine dieser Domaine tiefgründiger, strukturierter als die der Nachbarschaft, sind sogar lagerfähig! Selbst im Keller entwickeln sich die Rotweine weiter, ganz entgegen der sonstigen Philosophie im Beaujolais. Und wir versprechen, dass neben der traditionellen Beaujolais- Rebsorte Gamay noch einige andere in Ihren Probegläsern auftauchen werden. Wir freuen uns, dass Gilles Gélin bei uns am Freitag, den 2. März, von 15 – 18.30 Uhr und am Samstag, den 3. März, von 11 – 15.30 Uhr zu Gast ist und Ihnen einige seiner Weine präsentieren wird!


Wein & Genuss außer Haus

Das Landhaus Engel in Geislingen-Erlaheim lädt alle Weinfreunde zu einem unterhaltsamen, genussvollen Weinabend ein: Am Freitag, den 2. März, um 19.30Uhr. Bernhard Bauer moderiert Top-Weine aus Deutschland und Europa, begleitet von kleinen Snacks.
Weißweine (dazu werden Fleischbällchen in Sambal, Die Weine: Weiß süß-sauer, serviert):
Hochheimer Hölle, Riesling Kabinett trocken, VdPWeingut Künstler, Hochheim: Weltklasse-Riesling! Grüner Veltliner, Kamptal DAC., Weingut Schloss Gobelsburg, Österreich: Großartiger Sortenvertreter.
Grauburgunder trocken QbA., VdP-Weingut Bernhard Huber, Malterdingen, Baden: Absoluter Klassiker! Chardonnay Mâcon Fuissé, Domaine Thibert & Fils, Fuissé/Bourgogne: Die Größe aus dem Burgund.
Rotweine (dazu werden Käse-Schinkenvariationen, Olivenöl und Baguette gereicht): Lemberger trocken QbA., „Sonnenberg“, VdP-Weingut Ernst Dautel, Bönnigheim/Württemberg: Die Nr. 1! Spätburgunder „Alte Reben“ trocken, VdP-Weingut Huber, Malterdingen/Baden: Uneinholbar Huber! Rioja D.O. Reserva, Finca la Emperatriz, Baños de Rioja, Victor Hernáiz/Spanien: Parkers Favorit. Sondraia Bolgheri DOC., Azienda Poggio al Tesoro, Bolgheri/Toskana: Der „Super Tuscan“. Châteauneuf-du-Pape A C., Domaines Duclaux, Famille Quiot, Frankreich: Der Stoffige.

Teilnahmepreis: € 48,–/p.P., Anmeldeschluss: 23.02.2018 Bitte richten Sie Ihre Reservierungen direkt an das Landhaus Engel, Karlstraße 4, 72351 Geislingen-Erlaheim. Tel: 07428 / 9419528 oder E-Mail: info@landhausengel.de


Vorankündigung: Zeit für Winzer

Leon Gold vom Weingut Gold: Am Samstag, 5. Mai, von 11 – 15.30 Uhr, bei uns zu Gast. Unsere Neuentdeckung kommt aus dem Remstal, keine zwanzig Kilometer östlich von Stuttgart – und doch Idylle pur! Hier macht der junge Winzer auf nur 4,5 Hektar Weine, die nicht nur Eichelmann und Falstaff begeistern, sondern auch uns überzeugt haben!


Die Weine:

Unsere Weine des Monats – 1

BADEN: Der Sympathische
Rivaner trocken, VDP.GUTSWEIN, 2016 Weingut Bercher, Burkheim/Kaiserstuhl
Seit vielen Generationen bewirtschaften die Berchers dieses wunderschöne Weingut am Kaiserstuhl. Sogar unsere langjährige Zusammenarbeit umspannt bereits zwei Generationen, immer auf hohem Niveau bei den Weinen und mit großer zwischenmenschlichen Sympathie. Den Rivaner, auch als Müller-Thurgau bekannt, trinkt die Winzerfamilie nach Feierabend gern auch selbst: Ein frischer, guter Schluck, leicht duftig, mit dezenter Säure – alles in allem unkompliziert, dafür mit gutem Trinkfluss! Wie aktuell beim wunderschönen Jahrgang 2016.


Unsere Weine des Monats – 2

RHEINGAU/RHEINHESSEN: Exotisch!
White Blend Weißweincuvée trocken, 2016 Weingut Gebrüder Eser, Oestrich-Winkel
In dieser Cuvée wurde Müller-Thurgau mit Riesling vereint. Ziemlich ausgefallen. Dafür gingen die Esers gar vom heimatlichen Oestrich-Winkel über den Rhein und bauten weiter im Süden an, wo die Rebsortenvielfalt größer als im Rheingau ist (wo fast nur Riesling angebaut wird). Hier die Verkostungsnotiz der Brüder: „Super fruchtig und saftig, erst stachelbeerig, dann mit satt Ananas im Abgang. Luftig, wenig Trinkwiderstand.“ Kann man so sagen! Uns gefällt er einfach.


Unsere Weine des Monats – 3

PFALZ: Eleganter, feiner „Pinot Blanc“
Weißburgunder „Black Edition“, 2016 Weingut Bergdolt, Reif & Nett, Duttweiler
„Aktionismus im Weinberg und kontrollierte Untätigkeit im Keller.“ Christian Nett lernte bei den renommiertesten Winzern der Pfalz, wie man naturnah und in Handarbeit Weine macht. In Duttweiler kann er zudem auf besten Lagen wirtschaften. Sein mineralischer, erdiger Weißburgunder duftet nach Apfel, bleibt lang und körperreich mit Zitrusnoten am Gaumen. Dezente Barriquetöne, feine Säure.


Unsere Weine des Monats – 4

ITALIEN: Intensiv fruchtiger Roséwein
Chiaretto Garda Classico DOC., 2016 Azienda Citari, Desenzano del Garda/Veneto
Leuchtendes Lachsrosa im Glas, duftet nach Kirsche, Litschi, Mango und Pfirsich. Am Gaumen schmeckt man kompakte Fruchtnoten mit einigem Schmelz und frischer Säure. Trotzdem im Mund trocken und harmonisch. Von begehrter Südhanglage mit dem milden Klima des südlichen Gardasees.



Unsere Weine des Monats – 5

ITALIEN: Kraftvolle Cuvée
Moroneto Rosso Umbria IGT, 2015 Castello di Magione, Magione/Umbrien
Das Wappen der Malteser auf der Flasche weist auf die Erbauer des Castellos im 12. Jahrhundert hin. Die Weinbautradition dort ist fast ebenso alt. Heute übernimmt das die italienische Firma SAGRIVIT, die auch im Friaul und im Veneto Weinberge bewirtschaftet. Dieser Rotwein ist fein gemacht, aus Merlot (65%), Sangiovese (20%) und Pinot Nero (15%), die separat vinifiziert wurden. Erst danach reiften die Sorten gemeinsam, und nicht zu lang, in französischen Barriquefässern. Dadurch behält er im Duft seine schönen roten Früchte und leicht würzigen Noten. Am Gaumen ist er samtig und voll, dabei kräftig im Geschmack, mit milden Tanninen und fruchtigem Finale. Klasse Italiener


Unsere Weine des Monats – 6

SPANIEN: Umwerfend charmante Frucht
Piculia Toro DO, 2014. Bodegas Valpiculata, Venialbo, Toro/Castilla y León
Roter Rebsortenwein aus der Traubensorte Tinta de Toro, einer lokalen Mutation der Tempranillo- Rebe, die der junge Önologe Juan Pablo Peñalba auf bis zu 150-jährigen Rebstöcken anbaut. Ausgebaut wird in kleinen Holzfässern aus französischer Eiche, die aus der familieneigenen Küferei stammen. Valpiculata ist eines der ältesten Weingüter Spaniens. Eine weitere Besonderheit: Die Rebstöcke auf dem Weingut Valpiculata sind wurzelecht und basieren Unser Rezept des Monats nicht, wie sonst fast überall in Europa, auf amerikanischen Unterlagen, denn in dem kargen und regenarmen Gebiet mit den steinig-sandigen Böden konnte sich die Reblaus niemals ausbreiten. In der Nase Brombeeren, Kirschen, dezente Kräuternoten, leicht floraler Charakter. Am Gaumen samtig, frisch mit saftiger Frucht und umwerfendem Charme.


Unsere Weine des Monats – 7

WÜRTTEMBERG: Eindrucksvoller Newcomer
Rotweincuvée „Rot Gold“ trocken, 2016 Weingut Leon Gold, Weinstadt/Remstal
Gleich zu Jahresbeginn entdeckten wir dieses junge Weingut. In Gundelsbach, idyllisch im Remstal gelegen, erfüllte sich der Önologe Leon Gold im Jahr 2015 seinen Kindheitstraum vom eigenen Weingut. Und es ging gleich richtig gut los: Schon ein Jahr später nominierte ihn der Falstaff als „Newcomer des Jahres“. Auch den renommierten Weinkritiker Eichelmann beeindruckte 2016 die klare Handschrift und er fand ein Jahr später mit der neuen Kollektion (2016er) das starke Debüt voll bestätigt. Aus dieser neuen Kollektion stellen wir Ihnen die rote Gutswein-Cuvée vor: Gekeltert aus den Rebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot und Zweigelt, ausgebaut im Holzfass. Ein saftiger Tropfen mit feinen Tanninen und pfeffriger Note, wunderbar dicht am Gaumen, wo er noch lange Eindruck macht. Unbedingt probieren! Natürlich finden Sie noch einige weitere Weine des Weinguts ab sofort in unserem Sortiment.


Unsere Weine des Monats – 8

FRANKREICH: Der (heimliche) Burgunder
Fleurie A.C., 2015. Domaine des Nugues, Lancie/Beaujolais (Burgund)
Ein „Fleurie“ gehört zu den Beaujolais’. Damit Sie jetzt nicht abwinken: Vergessen Sie zunächst Beaujolais! Ein Fleurie gehört zwar zur Spitze dieser Weine aus der Region, hat Cru-Status, doch die Gamay- Traube des Beaujolais ist bei gehobenen Burgundern aus der Nachbarschaft verpönt. Warum also trotzdem dieser Fleurie? Weil niemand ihn so zu machen versteht wie Gilles Gélin, den wir Ihnen auf Seite vier bereits vorgestellt haben. Hier haben wir es mit einem gewichtigen Wein zu tun, der ruhig vor die Tür treten kann! Beste Lage, älteste Reben, aufwändigste Lese, schonendste Bearbeitung: alles, um die Eleganz und Struktur der Gamaytraube im Wein zum Vorschein zu bringen. Und die hat‘s in sich: Purpurrote, dichte Farbe, Düfte nach Waldbeeren, Gewürzen - sehr komplex. Fortgeführt im Geschmack, wo im Mittelteil die Gerbstoffe noch mehr davon transportieren. „Und so immer weiter …“, möchte man anfügen! Was will man mehr?



Unser Rezept des Monats

Langsam ist es für uns an der Zeit, Richtung Meer Ausschau zu halten. Es ist zwar weit, doch holen wir etwas davon herüber. Denn darauf freuen wir uns schon lang: Muschel-Topf mit Gemüse
Zutaten: (für 4 Personen)
2 kg Miesmuscheln, 150 g Knollensellerie, 150 g Möhren, 150 g Lauch, 1 rote Chilischote, 2 Knoblauchzehen, 4 EL Olivenöl, 200 ml Weißwein, Salz, Pfeffer, 1 Lorbeerblatt, 3 EL gehackte Petersilie.
Zubereitung: Unter fließend kaltem Wasser die Muscheln waschen, kräftig bürsten und die Bärte entfernen. Offene oder beschädigte Muscheln bitte aussortieren! Sellerie und Möhren schälen, den Lauch putzen und waschen. Alles in feine Streifen schneiden. Die Chilischoten längs halbieren, entkernen und in Würfel schneiden. Knoblauch pellen und in dünne Scheiben schneiden. In einem großen Topf das Gemüse, Chili und Knoblauch für 2-3 Minuten in Olivenöl dünsten. Mit Weißwein ablöschen und mit Salz und Pfeffer würzen. Lorbeerblatt sowie die Muscheln dazugeben. Zugedeckt 8 bis 10 Minuten bei mittlerer Hitze garen. Kurz vor Ende der Garzeit die Petersilie zugeben. Muscheln mit der Schaumkelle aus dem Topf heben, noch geschlossene Muscheln entfernen. Dazu einfach ein paar Scheiben geröstetes Weißbrot reichen.

Der Wein: Chardonnay Alto Adige DOC., 2016, von Alois Lageder, Magreid/Südtirol (Italien)
Zurückhaltende Säure und gute Extrakte bieten den Muscheln Kontra und lassen Raum für die feine, geschmeidige Frucht des Weins.