Hauspost n° 4 September 2017

Liebe Wein-Freundinnen und -Freunde

Zum Ausklang des Sommers, weit über den Herbstanfang (am 22.9.) hinaus, stellen wir Ihnen diesmal neun Weintipps vor für laue Spätsommerabende und frühherbstliche Terrassenrunden: 4 Rosés, 3 Weiß- und zwei Rotweine. Dabei spannen wir den Bogen weit, vom Muskattrollinger Rosé Secco bis zum Shiraz aus Australien. Mit einer raffinierten Herausforderung aus dem Norden berichten wir, wie die (süßen!) Lakritz-Kompositionen eines jungen Dänen nun auch den Süden (und uns!) erobern. Außerdem erfahren Sie, was uns an der württemberger Rosésorte Schiller begeistert und was es mit veganen Weinen auf sich hat. Wir wünschen viel Vergnügen bei der Lektüre der neuen Ausgabe unserer Hauspost!
Ihr Wein-Bauer-Team


Unsere Weine des Monats – 1

ITALIEN, weiß: Der Frisch-Fruchtige 
Sauvignon Blanc Veneto IGT, 2016 Borgo Molino, Roncadelle di Ormelle / Veneto
Die Marca Trevigiana vor den Hügeln von Conegliano und Valdobbiadene ist bekannt als klassisches Prosecco-Anbaugebiet. Von Borgo Molino haben wir auch zwei hervorragende Spumante im Programm (die „Venti2“), doch die Leidenschaft des Winzers gilt ebenso gut ausgebauten Rot- und Weißweinen: Paolo Nardins Sauvignon etwa verführt schon in der Nase mit Düften nach grünem Apfel, gelber Paprika, Stachelbeere und geschnittenem Gras: fruchtbetont, doch nicht übertrieben aromatisch. Am Gaumen ist der Wein frisch und klar, geradlinig, mit schönem Schmelz und belebender Säure. Weich und rund im Nachklang.


Unsere Weine des Monats – 2

FRANKREICH, weiß: Der Languedoc-Typ
Costières de Nîmes Blanc A.C., 2016 Domaine de Poulvarel, Sernhac / Südfrankreich
Das junge Weingut von Elisabeth und Pascal Glas ist für uns eine Herzensanglegenheit. Das sympathische Winzer-Ehepaar aus der Nähe des Pont du Gard konnten Sie bereits auf unserer Hausmesse im November 2016 persönlich erleben. Auch einige ihrer fein ausgebauten Weine haben wir Ihnen an dieser Stelle schon vorgestellt. Unbedingt probieren sollten Sie diesmal den Blanc A.C. aus Grenache Blanc, Roussane und Viognier: Er duftet schön nach kandierter Zitrone und einem Hauch von Honig. Am Gaumen ist er weich, samtig, mit dezenter Säure. Ganz die faszinierende Weißwein-Stilistik, wie sie in dieser Region leider viel zu selten noch so gepflegt wird wie hier.


Unsere Weine des Monats – 3

BADEN, weiß: Klassiker auf dem Höhepunkt
Jechtinger Weißburgunder VdP-Ortswein, 2014, Weingut Bercher, Burkheim / Kaiserstuhl
Eines der ältesten Traditionsweingüter Badens ist seit dem 16. Jahrhundert in Familienbesitz. Ihr Einsatz umweltfreundlicher Technologien, rigorose Mengenbegrenzungen und großes önologisches Können und Wissen sorgen für einen so hohen Qualitätsstandard, dass sie uns in den vielen Jahren, seit die Berchers uns beliefern, noch mit keinem einzigen
ihrer Weine enttäuscht haben. Dieser 14er Weißburgunder ist jetzt auf dem Höhepunkt! Wir haben noch einige Flaschen davon auf Lager und bieten sie zu einem Sonderpreis an, der nur gilt, solange der Vorrat reicht! Ein wunderschöner, hellgelber Wein mit grünlichen Reflexen. Duftet nach Orange und Grapefruit; leicht blumiger Anklang. Filigrane Säure, kombiniert mit dezenter Fruchtnote. Ein Weißburgunder-Klassiker!


Schillerweine

Eine Besonderheit aus Württemberg ist der Schiller. Denn so darf sich der „Rotling“ nur nennen, wenn seine Trauben ausschließlich aus dem Weinbaugebiet Württemberg stammen.
Das Einzigartige bei Rotling und Schiller ist, dass bei ihnen rote und weiße Trauben gemeinsam eingemaischt werden dürfen; in jedem Fall muss die Gärung zusammen erfolgen.
Die Farbe des Schillerweins erinnert an einen Rosé, ist jedoch heller rötlich und altgold schillernd, was vermutlich den Ursprung seines Namens erklärt. Bei der Auswahl der Rebsorten herrscht Freizügigkeit: alle in Württemberg als Qualitätsweine zugelassenen Rebsorten sind erlaubt, die Erzeuger können ihren Schiller also ganz individuell ausbauen – entsprechend unterschiedlich fallen die Schillerweine aus. Ein vorzüglich gelungenes Beispiel finden Sie in folgendem „Wein des Monats“.


Unsere Weine des Monats – 4

WÜRTTEMBERG, rosé: Eindrucksvoll!
Schiller Deutscher Qualitätswein 2016 Weingut Dr. Baumann, Obersulm
Die Hohe Schule des Schillerweins! Selektioniert aus Einzellagen von Muskattrollinger- und Muskateller- Trauben. Eindrucksvoll blumige und fruchtige Düfte von Erdbeeren, Himbeeren und Rosen. Im Geschmack bestätigt sich sodann auch dieses typisch prägnante Muskatbukett mit eleganter Süße, die ganz frisch und schwungvoll jung daherkommt. Ein idealer Begleiter übrigens zu vielerlei Salatvariationen, hellem Fisch, Risottogerichten oder zu Ihren Fruchtdesserts. Auch als Terrassenwein und als Longdrink bestens geeignet: Gut kühlen (8 – 10°C)!


Unsere Weine des Monats – 5

ÖSTERREICH, rosé: Die Weinviertel-Eleganz
Zweigelt Rosé Qualitätswein trocken, 2016 Weingut Pfaffl, Stetten / Weinviertel
Strahlend heller Rosé mit würzig-fruchtigem Aroma. Am Gaumen zunächst frisch und spritzig, und mit voller, runder Frucht im elegantem Abgang. Wunderbar als Aperitif, zu Sorbets oder einfach pur! Auch das Familienweingut Pfaffl, etwas nördlich von Wien gelegen, ist uns seit Langem verbunden. Mittlerweile ist schon die nächste Generation aufgerückt und führt mit Bravour weiter, was die Eltern begonnen haben. Immer noch ein Flaggschiff im Weinviertel! 


Unsere Weine des Monats – 6

WÜRTTEMBERG, rosé: Wieder auf Lager
Muskattrollinger Rosé Secco Wein-Bauer / Schloss Affaltrach
Auf Eis in einem großen Glas, mit etwas Deko: Zum Sommerausklang passt unser perlend frischer Aperitif einfach gut! Einnehmend, mit nur geringer Säure sowie dezenter Fruchtsüße; anregend am Gaumen. Eindrucksvolles Bukett duftender Blüten, besonders Holunder. Kreiert übrigens von Bernhard Bauer, gemeinsam mit der Schlosskellerei Affaltrach. 


Unsere Weine des Monats –7

FRANKREICH, rosé: Die Provence-Stilistik
Nuit Blanche Côtes de Provence AOP, 2016 Famille Negrel, Trets / Provence
Seit etwa 20 Jahren sind die Weine der Familie Negrel Dauerbrenner in unserem Sortiment. Karge Böden, tonhaltiger Sandstein, Kies und Steine: Am Fuß der berühmten Montagne Sainte-Victoire sorgt auch die „rote Erde“ dieser Region für die unvergleichliche Qualität der Weine. Diese traditionelle Provence-Stilisitk schmeckt man kaum sonst so gut wie hier. In der Farbe das typisch helle Lachsrosa, im Mund zarte Aromen mit wunderbarer Fruchtigkeit.
 


Jawohl: Feinkost & Lakritze!

Johan Bülow, ein 23-jähriger Däne, eröffnete auf der Insel Bornholm im Juli 2007 einen Laden, in dem er Lakritze verkauft. Lakritze, aus zucker- und stärkehaltigem Sirup der in Wasser gekochten Süßholzwurzel gewonnen, gibt es natürlich schon lange. Neu allerdings sind die Kompositionen, die sich Bülow in den Kopf gesetzt hatte. Durch Experimentieren mit verschiedenen Geschmackskombinationen entsteht eine neue Welt der Lakritze! Und damit gewinnt er viele Menschen für sein Produkt, die bisher nicht im Entferntesten an Lakritze gedacht hatten. Zum Beispiel auch uns. Nach dem Laden auf Bornholm folgte 2013 in einem Vorort von Kopenhagen die kleinste Lakritzfabrik der Welt. Die erprobten Kreationen gingen schnell in Serie und erobern inzwischen die ganze Welt. Jetzt vielleicht sogar Tübingen? Lassen Sie sich verführen von Lakrids Choc Coated Liquorice und den Variationen mit Passionsfrucht, Dark & Coffee oder Salt & Caramel. Der Liquorice zum Beispiel enthält Lakritze als Kern, der von Schoko- Variationen köstlich ummantelt ist. Diesen Kern gibt es zudem in mehreren außergewönlichen Geschmackskombinationen. Praktischerweise werden die Geschmackserlebnisse mit Buchstaben oder Ziffern auf den Etiketten gekennzeichnet. So können Sie Ihren Favoriten leicht wiederfinden. Selbst ausgewiesenen Lakritz-Gegnern unter Ihnen wird es bestimmt nicht anders als uns gehen und werden dem Charme dieses Geschmacks verfallen. Einfach vorbeischauen und probieren! Übrigens: Ein klasse Mitbringsel! 


Veganer Wein?

Neuerdings ist das (Mode-)Wort „vegan“ auch auf Weinetiketten zu lesen. Zur Erinnerung: Verzichtet wird auf tierische Produkte und Inhaltsstoffe. Streng genommen kommt das pflanzliche Erzeugnis Wein zurecht auf den Prüfstand. Denn um natürliche Trubstoffe zu binden, werden seit Langem tierische Produkte eingesetzt. Am bekanntesten ist die Eiklarschönung vor allem bei gerbsäurehaltigen Rotweinen. Oder die Hausenblase, eine getrocknete Schwimmblase, die früher von der Störart Hausen, heute in der Regel von anderen Fischen stammt. Ebenso wird tierische Gelantine eingesetzt, um gröbere Partikel im Wein zu binden. Allen Verfahren gemein ist, dass sie einen feinkörnigen Niederschlag bilden, der durch Filtration entfernt wird. Viele Weine werden heute schon mit nichttierischen Mitteln ausgebaut. Etwa mit Bentonit, Aktivkohle oder vegetabiler Gelatine. Oder man setzt auf Sedimentation. All diese Weine dürfen als „vegan“ bezeichnet werden. Nur schreibt das nicht jede Winzerin und jeder Winzer auch auf das Etikett. Warum? Vermutlich, weil sie nicht in eine bestimmte Schublade gesteckt werden wollen. Und sei es die Modeschublade. 


Unsere Weine des Monats – 8

ITALIEN, rot: Bio, vegan & richtig gut!
„ChichiBio“ Montepulciano d‘Abruzzo DOP, 2015, Citra Vini, Ortona / Marken
Diese Kellerei schreibt es drauf: „vegan“. Sie ist aber alles andere als Mode – sie ist Bio bis hin zum Energiekreislauf des Gesamtbetriebs. Citra Vini ist eine Kooperative von zehn engagierten Weinkellereien, die sich zusammengeschlossen haben, um ihre hochwertigen Qualitätsweine günstiger positionieren zu können. Die Trauben dieses Rotweins wurden von Hand gelesen. Ausbau nach langer Mazeration im Edelstahl. Zur Klärung und Schönung des Weins wurden keine tierischen Produkte verwendet. Das Resultat ist ein robuster Rotwein mit würzigem Bukett und mit Noten von Sauerkirschen und roten Waldbeeren. Am Gaumen angenehm weich mit langer Präsenz – ein richtig klasse Montepulciano! Ein Teil seines Erlöses geht übrigens in den Erhalt der „Parco Nazionale d‘Abruzzo Lazio e Melise”.


Weine aus Übersee …

… und die neue Regalordnung. „Muss das sein: Wein-Bauer und Weine aus Übersee?“ Diese Frage wird uns derzeit oft gestellt. Denn seitdem wir auch Weine aus den USA, aus Südafrika, Neuseeland und Australien in den Fokus stellen, scheint eines unserer vornehmsten Alleinstellungsmerkmale – europäische Weine mit dem besten Preis-Leistungsniveau zu präsentieren –, gestört. Kurz: „Muss nicht sein. Darf!“ Denn unser riesiges Lagersortiment verdanken wir zum erheblichen Teil der Gastronomie, als deren Lieferant wir weite Themen abdecken. Auch Übersee- Weine gehörten bisher schon dazu. Und um ehrlich zu sein, verdienen auch diese Weine in genau unserem „Wein-Bauer-Sinn“, aus dem Rand des Blickfelds in unseren Einzelhandel zu kommen – zumal wir neue Partner für den Import aus Übersee gefunden haben und Weine, die sich wirklich sehen lassen können! Darum sind sie in unserer Verkaufshalle ganz weit nach vorne gewandert. Diese „Wanderbewegung“ in den Regalen setzt sich natürlich im ganzen Sortiment fort. Einige von Ihnen haben das bereits bemerkt. Wir unterstützen Sie natürlich gerne beim Finden Ihrer Weine. Die „Wein-Bauer-Weine“ werden ja nicht weniger, sie werden mehr! Wir danken Ihnen schon vorab für Ihre Geduld. Und eines ist sicher: So bald bauen wir nicht mehr um …


Unsere Weine des Monats – 9

AUSTRALIEN, rot: Ausgezeichneter Shiraz
„Luna“ Shiraz, 2015 Chalk Hill / McLaren Vale
In den „cool-climate-areas” Australiens werden hochwertige Qualitätsweine erzeugt, berühmt sind vor allem die Rotweine. Besonders der Shiraz ist weltweit zum Inbegriff der aufstrebenden australischen Weinkultur geworden. Dieser Spitzen-Shiraz aus dem McLaren Vale wurde ausgezeichnet mit der Gold Medal, AWC Vienna IWC. Zurecht! Das Familienweingut zählt zu den feinsten ganz Australiens. Die Harveys bewirtschaften seit 1897 ihre Weinberge, die noch heute, teilweise auf den Originalreben, Früchte tragen. Der „Luna“ hat uns mit seiner Beerenfrucht und feinen Würze überzeugt. Zudem präsentiert er sich am Gaumen konzentriert und kompakt. Eben nicht zu breit und marmeladig, wie das vor Jahren der australischen Variante des Syrah noch gerne vorgeworfen wurde. Probieren Sie ihn bei uns aus! 


Unser Sommer-Rezept des Monats

Wieder werden wir bei unserer Lieblings- Sommelière, Natalie Lumpp, fündig, um den Sommer herzhaft zu beschließen: (aus: Natalie Lumpp: Essen und Wein, Hallwag-Verlag)

Auberginenröllchen mit würziger Reisfüllung

Zutaten: (für 4 Personen)
1 kg Auberginen, 2 Zwiebeln, 1 Knoblauchzehe, 200g Gemüsepaprika, 1 scharfe Peperoni, 300g Flaschentomaten, 7 EL Öl, 1 EL gehackte, glatte Petersilie, 80g Langkornreis – gegart, 70g Kefalotiri (griechischer Hartkäse), klein gewürfelt, Salz & frisch gemahlener Pfeffer.
Für die Joghurtsoße: 150g griechischer Joghurt, 2 EL Crème fraîche, 2 Knoblauchzehen, Salz & frisch gemahlener Pfeffer. 50g kalte Butterflöckchen, Petersilie.
Zubereitung: Auberginen längs in 1 cm dicke Scheiben schneiden. In Salzwasser legen. Zwiebeln und Knoblauch fein hacken. Paprika in 5 mm große Würfel schneiden, Peperoni fein
hacken. Tomaten häuten, klein würfeln. In der Pfanne Zwiebel- und Knoblauchwürfel in 2 EL Öl andünsten, dann Paprikastücke 5 Min. mitdünsten. Hälfte der Tomaten und der Petersilie untermischen, etwas abkühlen lassen. Käse und gekochten Reis zugeben, salzen und pfeffern. Auberginenscheiben trocken tupfen, im restlichen Öl auf beiden Seiten anbraten. Danach auf das schmale Ende jeder Scheibe einen gehäuften Esslöffel Füllung geben. Aufrollen und in gebutterte Form legen. Restliche Tomatenwürfel auf den Röllchen verteilen, mit Butterflöckchen belegen und mit 1 Tasse Salzwasser angießen. Zugedeckt 20 – 25 Minuten im vorgeheizten Ofen garen (180° C).
Joghurtsoße: Knoblauch in den Joghurt pressen, mit Crème fraîche glattrühren, salzen, pfeffern. Auberginenröllchen mit Petersilie bestreuen, mit der Soße servieren.

Der Wein: Der 2016er Rosé Chiaretto Garda Classico von Citari gibt Noten von Kirsche, Pfirsich und exotischen Früchten dazu.