Hauspost n° 6 Dezember 2018

Liebe Wein-Freundinnen und -Freunde

Ab und zu durchatmen, sich etwas Ruhe und dazu Genuss gönnen. Gerade zum Jahresende hin ist es uns wichtig, dass Sie bei uns ganz entspannt Anregungen sammeln, ein Probierglas genießen, genau das Richtige finden können – Ihren Wein zum Festtagsmenü, das passende Geschenk für Freunde, Verwandte, die Trainer/innen des Sportclubs u.v.m. …
Außerdem haben wir wieder acht „Festtags-Weine“ für Sie ausgesucht: Individualisten von klasse Weingütern, die richtig was hermachen. Auch zu allen anderen Weinen beraten wir Sie natürlich individuell, auf ihr Fest (-Mahl) abgestimmt. Ebenso zu unseren Sekten, Champagnern, Bränden und zur Feinkost. Für nächstes Jahr haben wir wieder einige Veranstaltungen geplant, zum Beispiel unsere traditionelle Bordeaux-Probe, Ende März, auf die wir schon hier hinweisen möchten – denn die wird übrigens gerne als Gutschein verschenkt …
Bei einem weiteren Klassiker, unserer Hausmesse im November, haben Sie mit Ihrem großen Interesse an unseren Weingütern abermals Ihre Treue und das Vertrauen in unsere Arbeit beispielhaft demonstriert. Dafür unser großer Dank an Sie alle! Für uns ein tüchtiger Ansporn auch fürs kommende Jahr.


Die Veranstaltungen

ZEIT FÜR WINZER: Beste Cavas

Caves Vendrell Olivella, Penedès/Spanien
Freitag, 7. Dezember, 15-18.30 Uhr und am Samstag, 8. Dezember, von 11-16 Uhr.
Unsere Top-Cava-Qualitäten werden Ihnen persönlich von Joan Vendrell präsentiert. Seit 1918 bewirtschaftet seine Familie das katalonische Landgut. Auf kalkhaltigen Böden wachsen die Trauben teilweise an sehr alten Rebstöcken, die mit niedrigen Erträgen und hoher Qualität den Grundstein für diese großartigen Schaumweine – ein Nationalgetränk der Katalanen – legen. Dadurch können diese Cavas lange, meistens über drei Jahre, auf der Hefe lagern, was für eine Finesse und Komplexität der Weine sorgt, die man bei keiner der hierzulande gängigen Sorten findet. Unbedingt probieren!


WEINPROBE: Bordeaux!

Erlesene Rotweine aus Bordeaux.
Die Abendveranstaltung am Freitag, 29. März 2019, um 19.30 Uhr.
Unsere Bordeaux-Weinproben sind immer etwas ganz Besonderes. Einmal im Jahr kosten wir legendäre
Rotweine dieser Weinregion, an der sich die ganze Welt orientiert. Wir probieren einen Querschnitt  verschiedener Jahrgänge der besten Anbaugebiete. Wie immer starten wir mit einigen Weinen aus der zuletzt bei uns angekommenen Subskription, also dem Jahrgang 2016; ohne zu übertreiben: ein großartiger Jahrgang! Namen wie Chasse Spleen und Lagrange sind sicher mit dabei. Und aus dem ebenfalls glorreichen 15er-Jahrgang werden wir Château du Tertre aus Margaux sowie Marojalia aus derselben Appellation ausschenken. Weitere Spitzengewächse einiger anderer Top-Weingüter und Anbaugebiete rechts und links der Gironde kommen ebenfalls dazu. Lassen Sie sich überraschen! In jedem Fall freuen wir uns auf einen hochgenüsslichen, erfüllenden Abend, an dem wir mit Ihnen diese wunderbaren Weine in Begleitung eines Menüs würdigen werden.

Preis, inkl. Menü: € 89,– pro Person (auch als Geschenkgutschein zu haben) Anmeldung erforderlich Da die Anzahl der Plätze für diese Veranstaltung begrenzt ist, vergeben wir sie in der Reihenfolge der Anmeldungen bei uns. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass eine Stornierung und Rückerstattung bereits bezahlter Teilnahmegebühren nur bis 7 Tage vor Veranstaltungsbeginn berücksichtigt werden kann. Danach ist eine Rückerstattung nicht mehr möglich.


Unsere Festtags-Weine: Weiß

1 PFALZ: Der Französischste

Weißer Burgunder Maikammer QbA. trocken, 2017. Weingut Faubel, Maikammer
Sehr saftiger Weißburgunder mit zartfeinem Duft nach Litschi; am Gaumen feine Fruchtnoten weißer Früchte mit einem Punkt Zitrus. Vor allem die weißen Burgundersorten haben bei Gerd Faubel den schönen Schmelz, wie man ihn aus Frankreich kennt, aber auch Druck und Spannung im Trinkgefühl. Ein Weißwein, den man gerne auch ohne Essensbegleitung trinkt, der sich jedoch zu einer Vielzahl an Speisen einsetzen lässt. Berühmtes Familienweingut mit einigen der besten Pfälzer Lagen; natürlich und von Hand gearbeitet.


2 BADEN: Kraftvoll, frisch

Riesling trocken*** Alte Reben, 2017 Weingut Alexander Laible, Durbach/Ortenau
Im Duft voll und vielschichtig, etwas Aprikose, Mirabelle und Limette. Am Gaumen sehr saftig und mild, wobei die Säure angenehm und reif wirkt. Nach dem Schluck haftet ein frischer Eindruck lange an, der aus einer feinen mineralischen Note und dem schönen Säurespiel des Weins entsteht. Kurz: Eine gelungene Kombination aus Üppigkeit und Frische! Hier zeigt Alexander Laible einmal mehr, dass Kraft und Trinkfluss kein Widerspruch sein muss. Der „Beste Nachwuchs-Winzer 2009” und „Newcomer des Jahres 2010” ist längst arriviert und erntete 2017 den „Wein-Oscar“, den „Wine Award“, für die beste Kollektion Deutschlands. Bei uns von Anfang an dabei.


3 BURGUND: Der große Wurf

Mâcon Villages A.C., „Vieilles Vignes“, 2017 Domaine André Bonhomme, Viré/Burgund
Das Weingut liegt etwas nördlich von Mâcon in Viré, einem Dörfchen, von dem dieser Wein die Ortsbezeichnung „Villages“ erhält. Die klassischen Chardonnay- Reben dieser berühmten Weinbauregion sind zwischen 20 und 80 Jahre alt und wachsen an leicht geneigten, nach Südsüdwesten ausgerichteten Hängen. Der Boden besteht überwiegend aus Tonkalk. Die Domaine André Bonhomme bewirtschaftet hier lediglich 8 Hektar, die sie traditionell – also biologisch! – in ihrem blitzsauberen Kleinbetrieb verarbeitet. Der 17er wurde aus vollreifen Trauben der besten Lagen geerntet – und mit ihm ist Bonhomme ein großartiger Wurf mit feinem Duft nach Äpfeln, Feigen, Aprikosen und Nüssen gelungen. Am Gaumen üppig fruchtiger, Chardonnay-typischer Schmelz, von Säure harmonisch am Gaumen umgegrenzt.


Neue Weingüter im Programm

BURGUND: Unentdeckte Größen

Die zahlreichen mageren Ernten vergangener Jahre bei gleichzeitig hoher weltweiter Nachfrage nach den berühmtesten Gütern und Lagen im Herzen des Burgund haben vielerorts zu utopischen Preisen geführt. Doch oft genügen nur wenige Kilometer Distanz zu den Hotspots, um an den besten Chardonnays und Pinot Noirs der Welt teilzuhaben, für die diese Region zurecht berühmt ist. Denn großartige Winzerpersönlichkeiten, die es verstehen, außergewöhnliche Weine zu keltern, haben im Burgund eine lange Tradition. Dass der Fokus internationalen Weinmarketings (noch!) nicht auf sie gerichtet wurde, hat keinerlei inhaltliche Aussagekraft. Für uns ein Glück, mit deutlich kleinerem Budget große Weine zu genießen! Wir haben uns für Sie umgesehen und folgende Weingüter mit ihren Weinen ab sofort neu im Sortiment: begeistert uns sowohl der Chardonnay als auch der Pinot Noir der Domaine du Meix Foulot, ein 20 Hektar großes Familienweingut, das Agnès Dewe seit 20 Jahren leitet. Einen außergewöhnlichen Chardonnay von sehr alten Rebstöcken haben wir in Saint Veran (Mâcon) bei der Domaine de la Feuillarde entdeckt. Zudem ergänzen wir mit drei wunderbaren Pinot Noirs unser Burgunder-Sortiment: Zunächst mit einem Santenay aus der 1er-Cru-Lage Clos Rousseau der Domaine Justin Girardin aus Morey-Saint-Denis, das im Süden an Chambolle-Musigny und im Norden an Gevrey-Chambertin grenzt. Ebenfalls aus einer 1er-Cru-Lage, Clos des Ormes (südlich von Dijon), stammt der Pinot Noir der Domaine Georges Lignier & Fils sowie aus Volnay (südwestlich von Beaune) ein weiterer 1er-Cru mit dem Namen Les Pitures von der Domaine Bitouzet-Prieur. Alle Weine stammen aus dem mengenmäßig kleinen, qualitativ aber sehr guten Jahrgang 2016!


Unsere Festtags-Weine: Rot

4 SPANIEN: Bilderbuch-Spanier

Diapiro Roble Tinto, Alicante D.O., 2017 La Bodega de Pinoso, Pinoso/Alicante
Mit dem Diapiro konzentrieren sich die Winzer ganz auf die traditionelle Weinerzeugung ihrer Region, weitab im gebirgigen Hinterland von Alicante: Die Tannine aus Trauben alter Monastrell-Reben sorgen für Intensität und Aroma, Tempranillo für frische, rote Frucht und Merlot für Konzentration, Zugänglichkeit und Kräuterwürze. Insgesamt ein voller, gut ausbalancierter Wein mit zahllosen Geschmacksnuancen einfach ein Spanier wie aus dem Bilderbuch. Strikt handgelesen und nach Ausbau im Stahltank vier Monate in kleinen Holzfässern gelagert. Passt sehr gut zu Schmorgerichten und Braten.


5 WÜRTTEMBERG: Der Südländer

Hebsacker Lemberger Ortswein trocken, 2017 VDP-Weingut Jürgen Ellwanger, Winterbach/Remstal
Bloß ein Lemberger? Nein, was für ein Wein! Mit viel Saft und Kraft. Reife Kirschen, kräftiger Körper überraschen, ebenso die bereits angenehm ausgewogene Gerbsäure. Bietet Nase und Gaumen Noten von dunklen Früchten und einen charaktervollen, markanten Gesamteindruck. Ein Heimischer mit südländischem Timbre!

Gault Millau Weinguide 2018

„Aufsteiger in die 4-Trauben-Liga (deutsche Spitze!). Was für eine großartige Kollektion! Alle Weine verfügen über eine hohe Traubenreife, sind brillant und geschliffen gearbeitet und tolle Essensbegleiter! Sollte es noch irgendwo jemanden geben, der Vorurteile gegen Württemberger Weine hegt, muss er bloß die aktuellen Weine von Jörg und Felix Ellwanger probieren, um sich eines Besseren zu besinnen.“


6 FRANKREICH: Perfekt strukturiert

St. Chinian Classic Rouge AOP., 2015 Domaine La Madura, St. Chinian/Languedoc
Sehr frisch in der Nase, gleichzig ist der Duft hochkomplex mit Röst- und Rauch-Noten, dazu Kakao und Lakritze sowie Aromen von schwarzen Früchten und Sauerkirschen. Der Auftakt am Gaumen ist samtig, verstärkt auch hier durch schöne Frische, die sich im Mund fortsetzt. Ein fein strukturierter Wein!
Cyril Bourgne und La Madura
Nach seinem Önologie-Studium in Bordeaux und Dijon arbeitete der Enkel eines Winzers zehn Jahre lang in Bordeaux – zuerst bei Lynch-Bages, dann bei Fieuzal. 1998 fanden er und seine Frau Nadja 30 Kilometer südlich von Narbonne das ersehnte Weingut, um nach ihren Vorstellungen Weinbau zu betreiben: mit konsequent ökologischem Ansatz, ohne Chemie und maschinelle Bearbeitung, nur mit aufwendigen „grünen Arbeiten”. Ziel dabei sind „charaktervolle Weine mit Seele, die das Terroir bestmoglich und ungekünstelt zum Ausdruck bringen.” Bourgnes Weine werden heute in den Top-(Sterne-)Restaurants vom Elsass und Paris bis Tokio serviert.


7 ITALIEN: Der Traditionalist

Artino Rosso, Calabria IGT., 2016 Tenuta Iuzzolini, Cirò Marina/Kalabrien
Aus den typisch kalabrischen Rebsorten Gaglioppo und Magliocco gekeltert. Duftet wunderbar nach Waldfrüchten und Gewürzen. Typisch auch die reife Frucht der Weine Süditaliens mit herzhaften Beerenaromen und viel Kraft und Ausdruck. Mitten in den kalabrischen Bergen von Cirò, mit Blick auf das Meer gelegenes Landgut aus dem 15. Jahrhundert. Bis heute erhalten hat sich hier auch die Tradition, die fruchtbaren Ländereien aufzuteilen in uralte Bewirtschaftungsformen: in Weinbau, Olivenhaine, in Vieh- und Pferdezucht. Zu rotem Fleisch, Wild und gereiften Käsesorten.


8 FRANKREICH: Die „Ulmenblüte“

Pomerol AC. „Fleur des Ormes“, 2015 Château Grange-Neuve, Pomerol/Bordeaux
Die nur sechs Hektar der Familie Gros liegen in der Nähe so renommierter Crus wie La Fleur, Trotanoy oder dem berühmten Château Pétrus. Sandige und vor allem lehmhaltige Böden mit steinigem Untergrund sind ideal für die Rebsorte Merlot, die in dieser kleinsten Bordeaux-Region fast ausschließlich angebaut wird – besser als überall auf der Welt! Dieser opulente Merlot aus dem Jahrgang 2015 überwältigt schier durch seine Vollmundigkeit, seinen riesigen Körper – und die Finesse, mit der manch Weine aus Bordeaux schließlich zum Kniefall einladen.


Unser Festtags-Rezept

„Wenn Sie zur Rehkeule einen Barrique-gereiften Lemberger probieren, haben Sie den Eindruck, dass die Engel auf der Zunge tanzen.“
Gebratene Rehkeule mit Wacholdersauce
Aus: Natalie Lumpp, Handbuch Essen und Wein (Hallwag)
Zutaten: (für 4 Personen)
Rehkeule: 1 Rehkeule, ca 1,5 kg, ausgelöst, in zwei Stücke geteilt, Salz, frisch gemahlener Pfeffer, Öl zum Anbraten. Wacholdersauce: 400ml Wildfond, 1 kleine Zwiebel, 2 EL Wacholderbeeren, 1 Scheibe grüner Speck, ungesalzen, ungeräuchert, 1 EL eingekochte Preiselbeeren, abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone und 1 Bio-Orange, 2 Zweige Thymian, 2 cl Gin, 50 g eiskalte Butter in Stücken. Zubereitung:
Ofen vorheizen (220°C), Fleisch kalt waschen, trocknen, mit Salz & Pfeffer einreiben und mit Küchengarn umbinden. Öl im Bräter erhitzen und Fleisch rundum goldbraun anbraten; in den heißen Ofen schieben und 45 Min. garen. Anschließend Fleisch in Alufolie wickeln und im ausgeschalteten Backofen ruhen lassen.
Sauce: Zwiebel fein würfeln, Wacholderbeeren im Mörser andrücken. Zwiebelwürfel mit der Speckscheibe im Bratensatz vom Fleisch anschwitzen. Preiselbeeren, Zitronen- und Orangenschale,  Thymianzweige und Wacholderbeeren zugeben, kurz mit anschwitzen. Mit Wildfond auffüllen, aufkochen und offen bei starker Hitze reduzieren. Sauce mit Salz und Pfeffer würzen, durch ein feines Sieb in einen Topf gießen. Mit Gin abschmecken. Vom Herd nehmen, kalte Butterstücke in die Sauce einrühren, so dass sie bindet. Die Sauce soll keinesfalls mehr kochen. Rehkeule in Tranchen schneiden, mit Sauce umgießen. Dazu passen Rotkohl und Schupfnudeln mit Mohn.

Der Wein: Schwaigerner Ruthe Lemberger, „Großes Gewächs“, 2015. VDP-Weingut Graf Neipperg, Schwaigern/Württemberg